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25.07.2008

Fürst Otto von Bismark

Das Leben des Reichskanzlers und seine Spuren in Homburg und Umgebung

Fürst Otto Eduard Leopold von Bismark. Kein anderer Name ist so eng mit der deutschen Geschichte verbunden, wie der des ersten deutschen Reichskanzlers und Reichsgründers. Dabei beschränkt sich dieser nicht nur auf die Etikettierung von erlesenen Speisen und Getränken, wie den Bismarksekt, den Bismarkkorn oder den berühmten Bismarkhering. Nein, sein Name steht auch für Krieg und Blutvergießen, für die deutsche Reichsgründung, aber auch für weitreichende Reformen, wie die Einführung der Sozialversicherung, die Verbesserung des Schul- und Bildungswesens, aber auch für die Verfolgung der Sozialdemokraten.

Otto von Bismarck

Foto: Bernt Rostad
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Bismark hat dem deutschen Reich seinen Stempel aufgedrückt, wobei böse Zungen behaupteten, der erste deutsche Kaiser Wilhelm der Erste sei vor und nach der Reichsgründung nur eine Marionette Bismarks gewesen.
Otto von Bismark wurde am 1. April 1815 in Schönhausen an der Elbe bei Stendal, im heutigen Sachsen-Anhalt geboren, seine Familie siedelte aber schon 1816 nach Kniephof in Pommern um, wo er die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte. 'Nach Abschluss des humanistischen Gymnasiums" zum grauen Kloster" studierte Bismark in Göttingen und Berlin Rechtswissenschaften. Mit Abschluss seines Studiums war er am Kammergericht Berlin und als Regierungsreferendar bei den Behörden in Aachen und Potsdam tätig. Nach seinem Militärdienst 1838 begann er in Greifswald in Pommern das Studium der Landwirtschaft. Als seine bürgerliche Mutter Luise Wilhelmine 1839 starb, bezog er das Gut Kniephof und wurde Landwirt. Nach dem Tode seines Vaters Wilhelm Ferdinand von Bismark übernahm er 1845 die Bewirtschaftung des Bismarkschen Besitzes Schönhausen. Dass er darin nicht seinen Lebensinhalt finden konnte, zeigte sich schon früh in politischen und Ambitionen, aber auch in ausgeprägter Beschäftigung mit Philosophie, Religion,Kunst und Literatur. Schon damals war er ein ausgezeichneter Redner und Briefeschreiber. 1847 heiratet er Johanna von Puttkammer, die beste Freundin seiner ersten großen Liebe Marie von Thaddden, genauso, wie er es Marie auf ihrem Sterbebett versprochen hatte. Die Ehe mit Johanna von Puttkammer, aus der seine Kinder Herbert, Marie und Wilhelm entstammten, war zeitlebens glücklich und frei von jeglichen Skandalen. Zu diesem Zeitpunkt wurde er in den preußischen Vereinigten Landtag gewählt. Obwohl Bismark keine diplomatische Ausbildung hatte, wurde er dennoch 1851 preußischer Gesandter beim Bundestag in Frankfurt, Gesandter in St.Petersburg und 1862 kurzzeitig Botschafter in Paris. Am 3.September 1862 wurde Bismark von König Wilhelm dem Ersten zum preußischen Ministerpräsidenten und am 8.Oktober des gleichen Jahres zum Außenminister berufen. Infolge der Stärkung Preußens in den 1862er Jahren steigerten sich die deutsch-französischen Gegensätze.

In Spanien kandidierte der mit den in Deutschland regierenden Hohenzollern verwandte Prinz Leopold von Hohenzollern, wobei Frankreich Angst hatte, von den Hohenzollern eingekesselt zu werden, was zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 führen sollte. Bevor das deutsche Kaiserreich in Versailles unter preußischem Kommando proklamiert wurde, war Homburg im August 1870 drei Tage lang Hauptquartier von Bismark und den verbündeten deutschen Truppen. Otto von Bismark bezog eine Wohnung in dem nach ihm benannten Gasthof am Homburger Marktplatz und lud mit dem preußischen König zu einem Festbankett in den Hof des Landcommisariatsgebäudes ( dem heutigen Siebenpfeiferhaus) am Hang des Schlossberges ein. Dort wo sich zwei Jahrzehnte zuvor Phillip Jakob Siebenpfeifer für ein freies und demokratisches Deutschland stark gemacht hatte, saß jetzt der von ihm so sehr verachtete Hochadel in gemütlicher Runde und schickte sich an, einen deutschen Nationalstaat durch militärische Waffengewalt zu installieren. Eine Vielzahl von hochrangigen Offizieren und Generälen tafelten neben Siebenpfeifers drittem Nachfolger, dem Bezirksamtmann Siebert, wobei vom Westen der Kanonendonner unaufhaltsam näher kam. Nach dem Sieg der deutschen Truppen und der Gründung des 2. deutschen Reiches war Bismark auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen. Er war nun Reichskanzler und erster Berater von Kaiser Wilhelm dem Ersten, dem früheren König von Preußen. Bismark genoss seine Macht, hatte doch seine Innen- und Außenpolitik dem deutschen Volk zu Ansehen und Wohlstand verholfen. Doch als am 9.März 1888 Kaiser Wilhelm in Berlin im gesegneten Alter von 91 Jahren starb, verfinsterte sich der politische Himmel über Deutschland. Die Nachfolge trat sein an Kehlkopfkrebs leidender, totkranker Sohn Friedrich der Dritte an, der nach nur 99 Tagen Regierungszeit starb. Mit dessen Sohn Wilhelm dem Zweiten, der wegen seines verkürzten linken Armes unter schweren Komplexen litt und diese durch forsches Auftreten und hochtönenden Wortschwall auszugleichen versuchte, kam Bismark kaum zurecht. Die zunehmenden Konflikte führten im März 1890 zum endgültigen Bruch und zur Entlassung Bismarks. Bismark zog sich daraufhin schwer gekränkt und verbittert auf sein Gut Friedrichsruh bei Hamburg zurück, wo er 1898 starb. Nach seinem Tode setzte eine beispiellose Bismarkverehrung ein. Man benannte Straßen, Türme, Brücken und Monumente nach ihm. Auch die Bürger von Zweibrücken setzten "ihrem" Reichskanzler ein Bronzedenkmal auf dem Zweibrücker Herzogsplatz, in Erinnerung an einen Mann, der sich mit seiner Politik und seinen Reformen bis in unsere heutige Zeit hinein das bleibenste Denkmal geschaffen hat.

Quelle:
Dieter J. Maier

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